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Besuch der Cooley Distillery Während    unseres    Irlandurlaubs    2010    kam    ich    spontan    auf    die    Idee    nach Riverstown    bei    Dundalk    (Co.    Louth)    zu    fahren,    um    die    Cooley    Destillery zumindest   mal   von   außen   zu   sehen.   Unser   Ferienhaus   in   Bettystown,   an   der Ostküste Irlands, lag nur ca. 50 km entfernt, also kein großer Trip. Mein   Sohn   Sven   -   des   Englischen   damals   am   besten   mächtig   -   rief   bei   Cooley an    und    wurde    von    einer    freundlichen    Mitarbeiterin    mit    Eddie    Marmion verbunden, dem Warehouse Supervisor von Cooley. Eddie   erklärte,   dass   die   Brennerei   wegen   Renovierungsarbeiten   zurzeit   nicht destillieren würde, aber wenn wir kommen wollten, würde er uns alles zeigen. Normal   finden   Besucherführungen   bei   Cooley   nur   am   Samstag   statt,   aber   weil da   schon   unser   Flieger   heimwärts   ging,   machte   Eddie   eine   Ausnahme   und   wir erhielten ein "Privatführung" am Donnerstag. Übrigens   die   Sache   mit   dem   „Independent   Spirit   of   Ireland“   im   Logo   der Brennerei   stimmte   bei   unserem   Besuch   noch.   Leider   wurde   Cooley   inzwischen auch    von    Großkonzernen    aufgekauft    und    gehört    heute    dem    japanischen Konzern Beam-Suntory.
Wenn   man   die   Brennerei   erst   mal   gefunden   hat   -   von der    Hauptstraße    geht    an    einem    Pub    ein    kleiner asphaltierter   Weg   irgendwo   ins   Feld,   ein   Schild   gibt   es nicht    -    ist    der    erste    Eindruck    ernüchternd.    Keine Pagodendächer,      moderne      Lagerhallen      und      ein einfaches    Produktionsgebäude.    Kein    Wunder,    Cooley produzierte   früher   Industriealkohol   und   ist   erst   seit 1987 neu im Whiskeygeschäft.
Modern    und    weitgehend    vollautomatisch    läuft    die Abfüllung    des    Kilbeggan    auf    der    kleinen    Flaschen- straße ab. Heute   (2018)   ist   die   alte   Kilbeggan   Distillery   selbst wieder   voll   in   Betrieb   und   produziert   diverse   Sorten   an Irish Whiskey.
Leider   wurde   -   wie   schon   gesagt   -   an   diesem   Tag   kein Whiskey gebrannt, aber abgefüllt und umgefüllt. Eine   Mitarbeiterin   von   Cooley   setzt   die   Verschlüsse   bei der   Abfüllung   des   Kilbeggan   auf   der   kleinen   Anlage noch per Hand auf.
Der "New Make" wird aus Tanks in Fässer umgefüllt.
Auch      das      ist      möglich:      Volle      Fässer      von      Bushmills     warten      auf      die   Abfüllung      durch      Cooley.      Natürlich     ist      und      bleibt      es      ein      Single   Malt   von   Bushmills,   der auch das entsprechende Etikett erhält.
Das Herzstück der Single Malt Produktion - wash still
Eddie Marmion erklärt wie man ein Fass macht.
… und spirit still!
Tasting des Tyrconnell Single Malt in einem riesigen umgebauten Weinfass aus Frankreich. Auch ein Eigenbau von Eddie, der in Sachen Whiskey scheinbar alles kann. Abschließend gab es im kleinen Verkaufsraum der Brennerei noch ein Tasting der übrigen Destillate von Cooley und die Möglichkeit, die feinen Stöffchen käuflich zu erwerben. Ich hatte mich für den Connemara 12 entschieden. Nach einer Diskussion über Whiskypreise in Irland (teuer) und Deutschland rückte Eddie 2 Flaschen zu einem sensationellen Preis raus. Zu meinem Erstaunen handelte es sich zudem noch um eine Abfüllung für den amerikanischen Markt in der 75cl Flasche. In Deutschland nicht zu bekommen. Sammlerherz was willst du mehr!
Ein herzliches Dankeschön an Eddie Marmion für die wirklich beeindruckende "Privattour" durch die Cooley Distillery!